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Kondom für die Frau (Femidom): Anwendung, Sicherheit und Vorteile

Anne-Marie

Anne-Marie

6 Min.Aktualisiert:

Das Femidom ist die latexfreie Verhütungsalternative für die Frau – einsetzbar Stunden vor dem Sex, hormonfrei und mit zuverlässigem STI-Schutz. So wendest du es richtig an und so steht es im Vergleich zum klassischen Kondom.

Schnelle Antwort: Hormonfreie Verhütung mit voller Kontrolle

Das Kondom für die Frau, auch Femidom genannt, ist ein weicher, durchsichtiger Schlauch aus latexfreiem Material (meist Nitrilkautschuk oder Polyurethan), der vor dem Geschlechtsverkehr in die Vagina eingeführt wird. Es schützt zuverlässig vor ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Infektionen (STIs). Ein großer Vorteil: Es kann bereits Stunden vor dem Sex eingesetzt werden und erfordert keine Erektion des Partners. Bei korrekter Anwendung liegt der Pearl-Index bei etwa 5 – das macht es zu einer sicheren, hormonfreien Verhütungsalternative, bei der die Frau die Kontrolle über die eigene Verhütung behält.

Was ist ein Frauenkondom (Femidom)?

Das Femidom ist ein etwa 17 Zentimeter langer, dünner Schlauch mit zwei flexiblen Ringen. Der innere Ring ist geschlossen und fixiert das Kondom tief in der Vagina vor dem Muttermund. Der äußere Ring ist offen, bleibt außerhalb der Vagina und bedeckt die äußeren Schamlippen. Genau dieser zweite Ring ist ein wichtiger Vorteil: Er schützt zusätzlich vor Infektionen wie Herpes oder HPV, die durch direkten Hautkontakt übertragen werden. Femidome werden fast ausschließlich aus speziellen, reißfesten Kunststoffen gefertigt – am häufigsten Nitrilkautschuk oder Polyurethan. Das macht sie zur sicheren Wahl bei Latexallergie und erlaubt – anders als beim klassischen Latexkondom – auch die Verwendung mit ölhaltigen Gleitmitteln.

Die richtige Anwendung: So setzt du das Femidom ein

Die Anwendung erfordert etwas Übung, ist nach ein paar Versuchen aber unkompliziert: 1. Vorbereitung: Hände waschen, entspannen und eine bequeme Position einnehmen – liegend, hockend oder mit einem Bein erhöht auf einem Stuhl funktioniert gleichermaßen gut. 2. Einführen: Den inneren, geschlossenen Ring des Femidoms zwischen Daumen und Zeigefinger zu einer „8“ zusammendrücken und wie einen Tampon tief in die Vagina einführen. 3. Platzieren: Den inneren Ring mit dem Finger so weit wie möglich nach hinten schieben, bis er hinter dem Schambein einrastet und den Muttermund bedeckt. Der äußere Ring bleibt flach auf den äußeren Schamlippen liegen. 4. Beim Sex: Darauf achten, dass der Partner den Penis in den äußeren Ring einführt – nicht versehentlich zwischen Kondomwand und Vaginalwand. 5. Entfernen: Nach dem Sex den äußeren Ring zweimal drehen, damit nichts ausläuft, das Femidom vorsichtig herausziehen und im Restmüll entsorgen. Nicht in der Toilette spülen.

Pearl-Index und Sicherheit: Wie zuverlässig ist das Femidom?

Bei idealer Anwendung liegt der Pearl-Index des Femidoms bei etwa 5. Das bedeutet: von 100 Frauen, die ein Jahr lang ausschließlich mit dem Femidom verhüten, werden statistisch fünf ungewollt schwanger. Im typischen Gebrauch (mit Anwendungsfehlern) steigt der Wert auf rund 21. Zum Vergleich: Das klassische Männerkondom hat ideal Pearl 2, typisch 18 – statistisch etwas sicherer, aber abhängig vom Partner. Die hormonelle Pille kommt bei idealer Anwendung auf 0,1 bis 0,9, schützt aber nicht vor STIs. Die geringere Sicherheit gegenüber dem Männerkondom kommt vor allem durch die ungewohnte Anwendung zu Beginn. Wer einige Male geübt hat und das richtige Platzieren beherrscht, kommt deutlich näher an den theoretischen Idealwert. Der Schutz vor STIs ist beim Femidom durch den äußeren Ring sogar etwas umfassender als beim Männerkondom – Schamlippen und Penisbasis bleiben bedeckt.

Femidom vs. Männerkondom: Vor- und Nachteile im Vergleich

Beide Methoden schützen vor Schwangerschaft und STIs, haben aber unterschiedliche Stärken: Material: Femidom meist latexfrei (Nitril oder Polyurethan), Männerkondom überwiegend aus Naturkautschuklatex – mit oder ohne latexfreie Alternativen. Zeitpunkt: Das Femidom kann bis zu 8 Stunden vor dem Sex eingesetzt werden, ohne dass eine Erektion nötig wäre. Das Männerkondom wird erst bei vollständiger Erektion abgerollt. STI-Schutz: Femidom bedeckt auch die äußeren Schamlippen – Vorteil bei Hautkontakt-Infektionen wie HPV oder Herpes. Männerkondom schützt nur den Penisschaft. Kontrolle: Beim Femidom liegt die Verhütung in den Händen der Frau. Beim Männerkondom ist der Partner für die korrekte Anwendung verantwortlich. Gleitmittel: Femidom verträgt alle Gleitmittel inklusive ölhaltiger Produkte. Latex-Männerkondome nur Wasser- oder Silikon-basiert. Kosten und Verfügbarkeit: Femidom ist etwas teurer (rund 2–4 Euro pro Stück) und in Deutschland fast nur in Apotheken oder online erhältlich. Männerkondome kosten ab 0,30 Euro pro Stück und sind im Supermarkt verfügbar.

Wo gibt es das Femidom und worauf solltest du beim Kauf achten?

In Deutschland ist das Femidom weniger verbreitet als in vielen anderen Ländern – im Supermarkt findest du es meist nicht. Wichtige Bezugsquellen: • Apotheken (auf Bestellung oder direkt im Regal), • Online-Versandapotheken, • Versandhändler für Verhütung und sexuelle Gesundheit, • Beratungsstellen wie pro familia (oft kostenfrei zur Probe). Drei Kaufkriterien: 1. CE-Kennzeichen: Wie bei jedem Kondom darauf achten, dass das Produkt das CE-Zeichen plus vierstellige Prüfnummer trägt – Beleg für die Zulassung als Medizinprodukt nach DIN EN ISO 25841. 2. Material: Wenn du oder dein Partner allergisch auf Latex reagieren, ist das Femidom ohnehin eine gute Wahl – die Standardmaterialien Nitril und Polyurethan sind latexfrei. 3. Haltbarkeit: Mindesthaltbarkeitsdatum prüfen, gerade wenn du ein einzelnes Femidom länger im Vorrat hattest. Lagerung wie beim Männerkondom: kühl, trocken, lichtgeschützt.

Fazit: Eine starke Alternative, die mehr Frauen kennen sollten

Das Femidom ist eine unterschätzte Verhütungsmethode. Es kombiniert hormonfreie Sicherheit mit zuverlässigem STI-Schutz und gibt Frauen die volle Kontrolle. Besonders interessant ist es für Menschen mit Latexallergie, Paare mit Partnern, die häufig Anwendungsprobleme beim Männerkondom haben, oder Situationen, in denen Verhütung vorab geplant werden soll. Die etwas anspruchsvollere Handhabung gleicht sich nach wenigen Anwendungen aus – und der zusätzliche Schutz der äußeren Schamlippen ist ein echtes Plus. Wer noch unsicher ist, kann sich bei pro familia oder einer gynäkologischen Praxis beraten lassen und das Femidom in Ruhe ausprobieren.

Häufige Fragen

Wie sicher ist das Femidom wirklich?

Bei idealer Anwendung liegt der Pearl-Index bei etwa 5, im typischen Gebrauch bei rund 21. Mit etwas Übung erreichst du Werte nahe am Idealwert. Der Schutz vor STIs ist durch die zusätzliche Abdeckung der Schamlippen umfassender als beim Männerkondom.

Kann ich das Femidom mehrfach verwenden?

Nein. Das Femidom ist ein Einmalprodukt. Für jeden Geschlechtsverkehr ein neues verwenden, auch wenn nicht ejakuliert wurde oder die Anwendung sehr kurz war.

Ist die Anwendung schwerer als beim Männerkondom?

Anfangs braucht es etwas Übung beim Einführen und Platzieren des inneren Rings. Nach zwei bis drei Versuchen sitzt die Routine. Tipp: erste Anwendungen in einer entspannten Situation ohne Zeitdruck probieren, nicht beim ersten Sex mit einer neuen Partnerin oder einem neuen Partner.

Kann ich das Femidom mit ölhaltigem Gleitgel kombinieren?

Ja. Im Gegensatz zu Latexkondomen vertragen Femidome aus Nitril oder Polyurethan alle Gleitmittelarten, einschließlich öl- und fetthaltiger Produkte wie Massageöl.

Wie lange im Voraus darf das Femidom eingesetzt werden?

Bis zu 8 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr. Das ist ein praktischer Vorteil gegenüber dem Männerkondom, der gerade bei längeren Vorspiel-Phasen oder geplanten Treffen entspannend wirkt.

Wo bekomme ich Femidome in Deutschland?

Hauptsächlich in Apotheken (oft auf Bestellung), in Online-Versandapotheken oder bei Beratungsstellen wie pro familia. Im normalen Supermarkt sind sie eher selten zu finden.

Welcher Pearl-Index gilt für die Pille im Vergleich?

Die hormonelle Pille hat einen idealen Pearl-Index von 0,1 bis 0,9 – statistisch sicherer als das Femidom. Allerdings schützt sie nicht vor STIs. Wer beides verbinden möchte, kann die sogenannte Doppelmethode wählen: Pille plus Kondom.

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